Kochen wie die Schwaben

 

 

 

 

 

Zu meinen "Reiseritualen" gehören Bücher einfach dazu. Neben dem Reiseführer lese ich zur Steigerung der Vorfreude gerne einen Roman der sich mit Land & Leuten des jeweiligen Reiseziels beschäftigt, und wenn wir endlich dort sind, liebe ich es in regionalen Back- und Kochbüchern zu stöbern.

 

Bei meinem Besuch in Stuttgart habe ich dieses tolle, kleine Buch gefunden.

                                               "Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon."

                                                                                                                       Aurelius Augustinus

Das Buch ist in 4 Haupteile unterteilt:

 

 

- Ebbes Oifachs

- Ebbes Guats

- Ebbes B'sonders

- Ebbes Siasses

 

 

Gar nicht so einfach bei der Vielfalt an Rezepten eine Auswahl zu treffen. Die schwäbischen Klassiker wie Maultaschen (mit Fleisch und Spinat, Lachs oder Tomaten) sind ebenso vertreten wie Spätzle oder Schupfnudeln. Mmmmh, letztere erinnern mich an den Weihnachtsmarkt, die gab's nämlich sogar bei uns mit Sauerkraut und Speck. Lecker! Und vom Wetter her würde das ja passen... Aber lassen wir das.

 

Im Kapitel "Ebbes Siasses" Nachtisch muss sein! lachten mich die Dampfnudeln oder der Kirschenmichel mit Mandeln an. Aber als ich dies hier entdeckt hab, war's um mich geschehen:

Ganz klar, die Nonnenfürzle müssen es sein! Egal ob grad Fasnacht ist oder nicht. Die Zutaten dafür waren bereits in der Küche.

 

- 400 ml Milch

- 1 Prise Salz

- 100 g Butter

- 250 g Mehl

- 4 Eier

- 1/2 TL Backpulver

- Pflanzenöl zum Ausbacken

- etwas Puderzucker

 

 

1. Milch zusammen mit Salz und Butter erhitzen und zum Kochen bringen. Den Topf vom Herd ziehen, das Mehl auf einmal zur Milch geben und den Topf gleich wieder auf die Herdplatte stellen.

Bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren mit dem Kochlöffel die Masse so lange rühren, bis sich ein Teigkloss bildet, der sich vom Topfboden löst und eine weisse Haut absetzt.

Es handelt sich hier um einen Brandteig, den gleichen Teig den man z.B. auch für Eclairs

verwendet. Der Teig soll sich immer wieder zu einem Kloss zusammenziehen. Also kräftig rühren,

das gibt schöne Oberarme :-)

 

2. Teigkloss in eine Schüssel geben und kurz abkühlen lassen, so gibt es kein Rührei.

Die Eier einzeln aufschlagen und nacheinander unter den Teig rühren. Der Teig soll sich

wieder zu einem Kloss zusammenziehen. Backpulver zugeben.

 

Und jetzt zum spassigen Teil :-))

 

3. öl in einer tiefen Pfanne auf ca. 180°C erhitzen. (Wenn sich kleine Bläschen am Löffelstiel bilden, ist das öl heiss genug.) Die Nonnenfürzle ca. 2 Minuten ausbacken. Herausnehmen und auf Küchenpapier entfetten. Mit Puderzucker bestäuben und vernaschen oder...

..einpacken und verschenken

 

 

Ich mag die Kosmos Bücher sehr gerne und besitze noch ein weiteres Backbuch und ein asiatisches Kochbuch.

Die Rezepte sind vielseitig, gut erklärt und schön bebildert und lassen sich auch von einem Anfänger (dies war mein erster Brandteig) gut umsetzen.

Die "Darauf kommt's an" Hinweise mit Bildern sind eine tolle Sache. Hier wird kurz erklärt was wirklich wichtig ist fürs Gelingen des Rezepts.

 

 

Nonnenfürzle, euch mache ich wieder :-)

  

 

 

 

Rezept Quelle: "Die schwäbische Küche" Regionale Spezialitäten (Kosmos Verlag)

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