Auge(n) auf

Übers Wochenende durfte ich eine Torte für die Eröffnung einer Augenarzt-Praxis machen. Einige Operateure und ein paar Augen waren gewünscht, und da man die schlecht einfach in der Gegend rumstehen lassen kann, wurden sie in eine Torte gesteckt.

 

Das grosse Auge hat einen Schokoladen-Unterbau und die Torte eine Zitronenfüllung. Das Auge selbst wurde mit essbaren Zuckerstiften bemalt. Diese hatte ich letzte Woche als Überraschung direkt aus New York bekommen und habe mich riesig darüber gefreut. Sie sind nun mein ganzer Stolz und werden bestimmt noch oft zum Einsatz kommen.

 

Herbstabende haben den grossen Vorteil, dass man sich weniger Gedanken um ein kühles (Torten)Plätzchen machen muss. Leider wird es aber bereits früh dunkel, und es wird immer schwieriger nach getaner Arbeit noch etwas Tageslicht zu erwischen. Beim morgendlichen Tortentransport war es dann auch noch zappen-

duster. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

All boxed up and ready to go

Manchmal werde ich gefragt, ob es mir nicht schwer fällt wenn eine Torte in der viel Zeit und Arbeit steckt, binnen weniger Minuten verspeist wird. Nein, gar nicht - im Gegenteil - ich freue mich, schliesslich ist es eine Torte und die sind zum Essen da. Das einzige Mal wo ich ein bisschen geschluckt habe, war bei der Eulentorte. Die Eule hat mit Abstand am längsten überlebt. Die meisten Torten verbringen nach der Fertigstellung noch eine Nacht "zu Hause" bevor sie an Freunde  übergeben werden. Das finde ich immer schön und bin auch schon nachts aufgewacht um nachzusehen, wie es ihnen geht. Vielleicht brauche ich Hilfe, aber so ist es ;-)

 

Aber zurück zur Eule, die eigentlich eine Sachertorte war und somit ordentlich durchziehen musste. Als wir sie dann gemeinsam mit Freunden aus Irland angeschnitten haben, habe ich einem guten Freund das Messer in die Hand gedrückt und mich in die Dusche verdrückt. Meine Bitte die Torte doch so zu zerteilen, dass man keine Eule mehr erkennen kann, wurde dann aber nicht wirklich befolgt... Anscheinend gibt es sogar Fotos vom Massaker die ich partout nicht sehen will. Ein grausames Völkchen diese Kelten...

 

Meist geht es jedoch weit weniger dramatisch zu. Es gibt aber Grenzen. Lebensgrosse Baby-Torten oder auch die Mini-Version davon, jagen mir einen Schauer über den Rücken. Es kann auch schwierig sein, seinen Hund 1-1 als Torte auf den Tisch zu (be)stellen. Es gibt nämlich Tortenkünstler die kriegen das fast wie echt hin.

 

Aber die Geschmäcker sind zum Glück verschieden; jeder so wie er mag.

 

 

 

 

 

Die Augenarzt-Torte ist jedenfalls heil am Ziel angekommen, das Auge wurde fachmännisch seziert und den Ärzten ging es ebenfalls an den Kragen.

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